1. Vertragspartner und Vertragsbestandteile
Vertragspartner sind der im Vertragskopf bezeichnete Anbieter und der bezeichnete Kunde. Bestandteile des Vertrags sind dieses Vertragsdokument, die Bestellung, die konkrete Leistungsbeschreibung, die bei Vertragsschluss akzeptierten AGB, bei Verbrauchern die Widerrufsbelehrung, die Datenschutzinformationen und produktspezifische Bedingungen. Individuell ausdrücklich vereinbarte Regelungen gehen vor; danach gelten Leistungsbeschreibung, Vertrag und AGB in dieser Reihenfolge.
2. Leistungsumfang und Bereitstellung
Geschuldet werden ausschließlich die in Bestellung und Leistungsbeschreibung genannten Hosting-, Server-, Domain- oder Zusatzleistungen. Ressourcen, Speicher, Traffic, Bandbreite, IP-Adressen, Backupumfang, Supportstufe und Administrationsverantwortung ergeben sich aus dem gebuchten Produkt. Bereitstellungstermine sind nur verbindlich, wenn sie ausdrücklich als verbindlich bestätigt wurden. Technisch gleichwertige Änderungen bleiben zulässig, soweit Funktion und vereinbarte Qualität nicht beeinträchtigt werden.
3. Zugangsdaten und Mitwirkungspflichten
Der Kunde hält Kontakt-, Rechnungs- und Inhaberdaten aktuell, schützt Passwörter, API-Token und SSH-Schlüssel vor Dritten und meldet Sicherheitsvorfälle unverzüglich. Bei selbst verwalteten Systemen ist der Kunde für Betriebssystem, Anwendungen, Updates, Konfiguration und Absicherung verantwortlich. Verzögerungen oder Schäden aufgrund fehlender Mitwirkung fallen nicht in den Verantwortungsbereich des Anbieters.
4. Preise, Abrechnung und Fälligkeit
Einmalige, wiederkehrende und verbrauchsabhängige Entgelte ergeben sich aus Bestellung und gültiger Preisliste. Die Abrechnung erfolgt entsprechend dem ausgewählten Monats- oder Jahreszeitraum. Rechnungen werden elektronisch bereitgestellt und sind zum ausgewiesenen Termin fällig. Steuern und gesetzliche Abgaben werden entsprechend der rechtlichen Behandlung ausgewiesen.
5. Zahlungsverzug und Sperrung
Bei Zahlungsverzug gelten die gesetzlichen Verzugsfolgen. Eine Sperrung oder Einschränkung erfolgt nur nach den vertraglichen und gesetzlichen Voraussetzungen und grundsätzlich nach vorheriger Ankündigung sowie angemessener Abhilfefrist. Bei akuter Gefahr, missbräuchlicher Nutzung oder zwingender behördlicher Anordnung können sofortige Schutzmaßnahmen erforderlich sein. Zahlungspflichten für vertragsgemäß bereitgestellte Leistungen bleiben unberührt.
6. Verfügbarkeit, Wartung und Support
Es gilt ausschließlich die produktspezifisch zugesagte Verfügbarkeit. Nicht eingerechnet werden angekündigte Wartungsfenster, höhere Gewalt, Störungen außerhalb des beherrschbaren Netzes, Angriffe Dritter trotz angemessener Schutzmaßnahmen und kundenseitig verursachte Ausfälle, soweit gesetzlich zulässig. Störungen sind mit Zeitpunkt, betroffener Leistung und nachvollziehbarer Fehlerbeschreibung zu melden. Reaktions- und Wiederherstellungszeiten gelten nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden.
7. Backups, Wiederherstellung und Datenexport
Backups sind nur geschuldet, wenn sie ausdrücklich Vertragsbestandteil sind. Aufbewahrungsdauer, Intervall, Anzahl der Sicherungen und Wiederherstellungsleistungen richten sich nach dem Produkt. Auch bei gebuchtem Backup bleibt eine eigene externe Sicherung wichtiger Daten empfohlen. Vor Vertragsende exportiert der Kunde seine Daten rechtzeitig. Nach Ende der vereinbarten Vorhaltezeit können Daten unwiederbringlich gelöscht werden.
8. Zulässige Nutzung und Abuse
Untersagt sind insbesondere rechtswidrige Inhalte, Angriffe, Schadsoftware, Spam, Phishing, unerlaubte Zugriffe, missbräuchliches Scanning, rechtswidriges Filesharing sowie Nutzungen, die Systeme oder Dritte gefährden. Der Anbieter darf angemessene Schutzmaßnahmen bis zur vorläufigen Sperrung treffen. Der Kunde wird über Grund und erforderliche Abhilfe informiert, soweit dies rechtlich und technisch möglich ist.
9. Datenschutz und Auftragsverarbeitung
Personenbezogene Daten werden entsprechend der Datenschutzinformation verarbeitet. Soweit der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden verarbeitet, schließen die Parteien vor Beginn der betreffenden Verarbeitung eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, sofern erforderlich. Der Kunde bleibt für Rechtmäßigkeit, Weisungen, Löschkonzept und Betroffenenrechte seiner Inhalte verantwortlich.
10. Laufzeit, Verlängerung und Kündigung
Die Mindestlaufzeit entspricht dem im Vertragskopf ausgewiesenen Monats- oder Jahresvertrag. Nach Ablauf verlängert sich ein Verbrauchervertrag auf unbestimmte Zeit und kann mit höchstens einmonatiger Frist gekündigt werden. Kündigungen können über die bereitgestellte Online-Funktion oder in Textform erklärt werden. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt bestehen.
11. Änderungen von Leistung und Preis
Änderungen erfolgen nur aufgrund einer vereinbarten oder gesetzlichen Grundlage und müssen sachlich gerechtfertigt sowie für den Kunden zumutbar sein. Über wesentliche nachteilige Änderungen wird rechtzeitig, klar und auf einem dauerhaften Datenträger informiert. Gesetzliche Widerspruchs-, Minderungs- und Kündigungsrechte werden nicht ausgeschlossen.
12. Gewährleistung und Haftung
Es gelten die gesetzlichen Mängelrechte. Die Haftung bleibt unbeschränkt bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit, Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, arglistigem Verschweigen, übernommenen Garantien und zwingender gesetzlicher Haftung. Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung, soweit rechtlich zulässig, auf den typischerweise vorhersehbaren Schaden begrenzt. Zwingende Verbraucherrechte bleiben unberührt.
13. Vertragsende und Datenlöschung
Mit Vertragsende endet der Zugriff auf die Leistung. Der Kunde entfernt oder exportiert benötigte Daten vor dem Beendigungszeitpunkt. Der Anbieter löscht Daten nach Ablauf vereinbarter, technisch erforderlicher und gesetzlicher Aufbewahrungsfristen. Rechnungs-, Nachweis-, Sicherheits- und Rechtsverteidigungsdaten dürfen im erforderlichen Umfang länger gespeichert werden.
14. Widerruf für Verbraucher
Verbraucher erhalten eine gesonderte Widerrufsbelehrung und das Muster-Widerrufsformular. Ein Leistungsbeginn vor Ablauf der Widerrufsfrist erfolgt nur nach der gesetzlich erforderlichen ausdrücklichen Aufforderung beziehungsweise Zustimmung. Ein Erlöschen des Widerrufsrechts setzt die jeweils gesetzlich erforderlichen Erklärungen und Voraussetzungen voraus. Für Geschäftskunden besteht kein gesetzliches Verbraucherwiderrufsrecht.
15. Beschwerden, Streitbeilegung und Schlussbestimmungen
Beschwerden können an die im Impressum und Kundenportal genannten Kontaktstellen gerichtet werden. Gesetzlich vorgesehene Verbraucher- oder Telekommunikations-Schlichtungsverfahren bleiben zugänglich, soweit anwendbar. Es gilt deutsches Recht unter Wahrung zwingender Verbraucherschutzvorschriften. Zwingende gesetzliche Gerichtsstände bleiben unberührt. Ist eine Klausel unwirksam, gilt an ihrer Stelle die gesetzliche Regelung; der übrige Vertrag bleibt bestehen.
Hinweis: Produktspezifische Werte wie garantierte Verfügbarkeit, SLA, Bandbreite, Backupintervall, Trafficgrenzen, AVV und gegebenenfalls eine gesetzliche Telekommunikations-Vertragszusammenfassung müssen zusätzlich aus dem konkret gebuchten Produkt übernommen werden.